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Was ist der Unterschied zwischen einem Trauma und einer Erinnerung?

von uns für Sie

Es ist eine Art zu entspannen und die Akkus aufzuladen, wenn wir uns beispielsweise an unseren letzten Urlaub zurückerinnern. Wir schweifen gedanklich ab, haben den Duft des Meeres in der Nase und den Geschmack des frisch gepressten Orangensafts auf der Zunge, den wir beim Spazieren auf dem Markt getrunken haben. Das allmorgendliche und klangvolle “Bonjour” des Croissantverkäufers hallt in unseren Ohren nach und lässt uns schmunzeln. Der warme Wind auf der Haut ist noch heute spürbar. Wir haben diese Momente mit all unseren Sinnen abgespeichert. Sie sind Teil unserer Biografie und wir erinnern uns nur allzu gerne zurück. Es sind Eindrücke, die wir mit an​​deren teilen möchten, wie etwa: “Es war so schön. Du glaubst gar nicht, was ICH alles erlebt habe. (…)”

Traumata dagegen zeigen sich plötzlich, u. a. ausgelöst durch einen sogenannten Trigger wie beispielsweise ein Geräusch. Eine Szenerie kann sich kulissenartig vor das Auge schieben und lässt uns schlagartig in die damalige traumatische Situation zurückverfallen. Es fühlt sich an wie dort und damals. Die Dimension des Erträglichen ist bei Traumata überschritten, sodass sich unsere Psyche der Abspaltung bedient. Diese Funktion ist einzigartig den Menschen vorbehalten und eine überlebenswichtige Strategie. Jedoch zahlen wir auch einen Preis dafür: Das Trauma konnten wir nicht zu uns nehmen, es nicht in unsere Biografie integrieren. Wir können nicht glauben, dass UNS das geschehen ist. Oft ist es uns lange Zeit nicht möglich, mit jemandem darüber zu sprechen, da Scham- und/oder Schuldgefühle zu groß sind. Es verschlägt uns regelrecht die Sprache.

Zusammengefasst

Indem wir anderen erzählen, was wir erlebt haben, bilden wir uns unsere Geschichte über uns selbst – unsere Erinnerung. Wir ordnen es damit für uns ein,

  1. dass es passiert ist,
  2. dass es UNS passiert ist und
  3. dass das Ereignis in der Vergangenheit liegt und vorbei ist.
Bei Traumata ist all das blockiert.

Ich wünschte ein jedem von uns, dass wir ein Trauma einfach löschen könnten. Die Erkenntnis, dass das leider nicht möglich ist, ist ein erster Schritt in Richtung Realisation.

Indem wir uns in kleinen Schritten das Trauma ansehen und bearbeiten bereitet sich der Weg, das Trauma zu integrieren, sodass es eine bloße Erinnerung wird, die keine Symptome hervorruft. Wie schön wäre das?

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